Doing Nothing Retreats sind Angebote einmal ganz und gar ohne Tun und ohne Plan zu sein, für ein oder mehrere Tage, an einem geschützten Ort, umgeben von Natur, in Gruppen oder auch alleine.

Das nächste Doing Nothing Gruppen Retreat (Nr. 12) mit Rani und Yesim Meutes (Yoga) findet vom 30. September bis 3. Oktober 2021 im Jonathan-Seminarhotel statt. Mehr Infos findet Ihr hier: Einladung Retreat-12

Alle aktuellen Angebote über Zoom findest du unter Aktuelles & Veranstaltungen.

Was sind die Regeln? Nicht Tun im Retreat bedeutet: Nicht lesen, nicht sprechen, nicht telefonieren, nicht fotografieren, keine Musik hören, nicht formal meditieren und nach Möglichkeit auch nicht allzu viel nachdenken. Sitzen, liegen, gehen, spazieren gehen, dösen und schlafen sind erlaubt. Es geht weniger darum WIE oder WAS du bist, als vielmehr DASS du bist. Das bedeutet auch keinen speziellen Zustand kultivieren zu müssen, wie zum Beispiel besonders wach, bewusst oder offen zu sein. Eine gewisse geistige Unklarheit gehört dazu und ist willkommen.

Stilles Dasein:  In einem Gruppen-Retreat sitzen wir nur ganz manchmal zusammen in Stille, ansonsten ist jeder mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Das Alleinsein mit sich und dem Nichts, ist essenziell für diesen Weg. Doing Nothing ist keine Gruppenpraxis per se. Wo man sich niederlässt, wie lange man verweilt, wann man aufsteht, um absichtslos ein wenig gehen, entscheidet man selbst aus dem Moment heraus. So kann man nebenbei herausfinden wie sich freudige Impulse von Vermeidungsimpulsen unterscheiden. Die Natur unterstützt dieses Sich-Treiben-Lassen mit dem Wald, den Gärten, den Bänken zum Sitzen und den Wegen zum Spazierengehen. Manch einer zieht es vor alleine auf dem Zimmer zu bleiben oder länger in einer Kirche zu sitzen – auch das kann überaus fruchtbar sein. Beim Nicht Tun gibt es keine „Pausen“. Es beginnt z.B. an einem Freitagmorgen und endet an einem Sonntagmorgen. Die innere Klausur dauert in diesem Fall 48 Stunden. Ganz gleich wie lang oder kurz, Doing Nothing Klausuren haben immer nur einen Anfang und nur ein Ende. Dazwischen ist die geweihte Zeit.

Mahlzeiten in den Gruppen-Retreats nehmen wir schweigend zusammen ein.

Einführung und Einzelgespräche: Rani bietet in der Regel am Anfang eines Retreats eine ausführliche Einführung in die vorbereitende Praxis des Nicht Tuns (Drei Schritte ins Nichts) an. Sie führt außerdem jeweils am ersten und am letzten Tag des Retreats Einzelgespräche mit jedem Teilnehmer.

Voraussetzungen zur Teilnahme: Doing Nothing steht in keiner Verbindung zu einer Religion oder Organisation. Es steht allen Menschen offen, unabhängig von Glaubensrichtung, Herkunft oder Weltanschauung. Für diejenigen, die mit Meditationspraxis erfahren sind, ist diese Konzept-freie und formlose Praxis besonders interessant, weil sie ein Test und eine Bereicherung sein kann. Es ist aber nicht Voraussetzung. Wer schon länger auf dem spirituellen Weg ist, ist genauso herzlich eingeladen, wie jene, die noch keine Erfahrung mit Meditation gemacht haben.

Was darf ich von einem Retreat erwarten? Reines Nicht Tun hat eine heilende und stark entschleunigende Wirkung. Die Sinne werden klarer und heller – sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen. Zusammen mit dem Speed verschwinden subtile Ängste, manchmal für immer. Gelassenheit geschieht, grundlose Lebensfreude geschieht. Sie wird von dem Gefühl genährt, sich wieder neu verbunden zu fühlen – mit sich selbst, der Erde, dem Universum und mit allen Lebewesen.

Muss ich Angst haben mich darauf einzulassen? Nein! Es gab schon Teilnehmer, die mit Ängsten zu den Retreats angereist sind. Ausnahmslos alle haben nachher darüber gelacht. Ein Teilnehmer war sehr stark mit seinem iPhone verbunden und hatte Angst, ohne Handy nicht „zu überleben“. Er hat erfahren, dass diese Angst nur eine Idee war und nichts Wirkliches. Eine andere Teilnehmerin glaubte, es würde ganz schrecklich sein für die, solange zu schweigen, weil sie gerne viel redete. Auch sie hat nachher darüber lachen können und mitgenommen, wie schön es sein kann zu schweigen. Eine weitere Teilnehmerin dachte, es sei megaschwierig rein gar nichts zu tun, und sie hatte Angst, es nicht durchzuhalten. Auch sie fand dies nicht bestätigt und war froh erfahren zu dürfen, dass ohne Beschäftigung zu sein etwas ist, das sie lieben könnte.

Preise: Wir versuchen die Preise für die Retreats möglichst gering zu halten, sodass sie wenig Einfluss auf die Entscheidung nehmen können, teilzunehmen oder nicht. 4 tägige Klausuren in einem Kloster kosten zur Zeit etwa zwischen 270,- und 350,- euro.